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Sonja Kill Memorial Hospital

Im Süden Kambodschas ist die medizinische Versorgung von Kindern nach wie vor völlig unzureichend und viele Kinder sterben aufgrund vermeidbarer und leicht behandelbarer Krankheiten wie Durchfall, Infektionen und Atemwegserkrankungen. Kambodscha selbst hat eine der höchsten Säuglings-, Kinder- und Mütter-Sterblichkeitsraten in Südostasien. Von 100 Kindern erleben 5 ihren fünften Geburtstag nicht. 45 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren sind chronisch unterernährt.

Vor diesem Hintergrund entschlossen sich Rosemarie und Dr. Winfried Kill über die Sonja Kill Stiftung, der akuten Not der Kinder und ihren Familien zu begegnen und baute das Sonja Kill Memorial Hospital in der Nähe von Kampot, das am 01.04.2012 eröffnet wurde. Es ist bis heute in der gesamten Küstenregion des Landes auf einer Länge von 443 km das einzige auf Kinder spezialisierte Krankenhaus.

Luftaufnahme des Sonja Kill Memorial Hospitals in Kampot, Kambodscha




Das Sonja Kill Memorial Hospital ist einzigartig in seiner Infrastruktur und verfügt über einen hohen technischen Standard auf westlichem Niveau. Auf einer Grundstücksfläche von 70.000 m² umfasst der Komplex des Sonja Kill Memorial Hospitals insgesamt 28 Gebäude. Hierzu gehören u.a.:

  • Zentrale Ambulanz mit 16 Untersuchungsräumen, Notaufnahme, Radiologie, Labor, Apotheke, Verwaltungs- und Lagerräumen
  • Operationstrakt mit zwei Operationssälen und angegliederter Intensivstation
  • Geburtshilfe mit 2 Kreißsälen, gynäkologischem OP, Neonatologie und Neugeborenen Intensivstation
  • Bettenstationen und Komfortzimmer für Privatpatienten
  • Wohnhäuser für Arzte und Angestellte und ein Gästehaus für ausländische Ärzteteams sowie
  • funktionale Gebäude wie Küche, Wäscherei, Lager, Werkstätten, Energieversorgung, Wasseraufbereitung und Abfallwirtschaft.
Ein Krankenhaus mit Herz




Gemäß der sozialen Ausrichtung des Krankenhauses werden sämtliche Patienten, die keine Möglichkeit haben, die Gebühren der medizinischen Versorgung zu tragen, kostenfrei behandelt.

Die Wirtschaftlichkeit des Sonja Kill Memorial Hospitals basiert auf dem „Free Service/Fee for Service“ Grundsatz, einem langfristig und nachhaltigen Finanzierungskonzept, bei dem finanziell besser gestellte Patienten durch Zahlung von Behandlungsgebühren die kostenfreie Versorgung ärmerer Bevölkerungsschichten ermöglichen, wobei die Qualität von Service und medizinischer Infrastruktur für alle Patienten identisch ist.

Aufgrund des Erfolgs und der wirtschaftlichen Unabhängigkeit des Krankenhauses hat die kambodschanische Regierung das „Free Service/Fee for Service“ Konzept des Sonja Kill Memorial Hospitals als Pilotprojekt zur langfristigen finanziellen Absicherung kambodschanischer Krankenhäuser im nationalen Gesundheitsplan aufgenommen.

Das operative Management erfolgt durch HOPE worldwide, einer internationalen Organisation mit jahrelanger Erfahrung im Gesundheitsbereich Kambodschas.

Weitere Informationen zum Sonja Kill Memorial Hospital finden Sie unter www.skmh.org, unter Downloads steht ein Film mit Luftaufnahmen bereit.

Ein internationales Ärzteteam bildet die kambodschanischen Assistenzärzte aus
Rosemarie und Dr. Winfried Kill zusammen mit Dr. Cornelia Häner bei der Visite
Dr. Cornelia Häner leitet das Krankenhaus und ist jederzeit für die Patienten da
Hilfe für die Kleinsten in der Neonatologie
Behandlung eines Kinds in der Notaufnahme
Kinder stehen im Mittelpunkt des Sonja Kill Memorial Hospitals
Gesundheitsvorsorge im Outreach Programm
Die Kinderärzte machen den Kindern die Untersuchung so angenehm wie möglich


Maiti Nepal

Maiti Nepal ist eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Kathmandu, die sich die Bekämpfung von Verschleppung und Kinderprostitution zur Aufgabe gemacht hat. “Maiti“ ist Nepali und bedeutet “Haus der Mutter“. Die Organisation wurde 1993 von Frau Anuradha Koirala gegründet.

Jedes Jahr werden ca. 10.000 – 15.000 Mädchen aus Nepal nach Indien verschleppt und dort in den Bordellen der Großstädte zur Prostitution gezwungen. Die meisten Mädchen sind minderjährig, oftmals noch Kinder im Alter von 10 - 15 Jahren. Das jüngste von Maiti Nepal gerettete Mädchen war gerade einmal 8 Jahre alt. Die Bedingungen, unter denen die Mädchen leben müssen, sind unmenschlich. Unzureichende Nahrung, verdreckte Schlafräume, brutale Gewalt, Gruppenvergewaltigungen und der gezielte Einsatz von Drogen prägen den Alltag der Mädchen. Teilweise müssen sie bis zu 25 Kunden täglich empfangen und alle ihre Wünsche erfüllen. Viele der Mädchen sind HIV-infiziert, dazu kommen Hepatitis, Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten sowie Verletzungen durch Folter. Das Ausmaß der seelischen Zerstörung ist unermesslich.

Rehabilitations- und Schutzzentrum von Maiti Nepal in Kathmandu
Anuradha Koirala, die Gründerin und Leiterin von Maiti Nepal


Mädchenhandel ist in Indien ein einträgliches Geschäft. Je nach Alter und Schönheit wird für ein Mädchen 700,00 – 1.000,00 Euro gezahlt. Man schätzt, dass zwischen 150.000 – 200.000 nepalesische Mädchen und Frauen in indischen Bordellen zur Prostitution gezwungen werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten von Maiti Nepal ist die Aufnahme und Betreuung von Waisenkindern. Viele Neugeborene und Kleinkinder – vorwiegend Mädchen – werden auf Straßen und Müllplätzen ausgesetzt. Man weiß nichts über diese Kinder, kennt kein Geburtsjahr, keine Namen, keine Eltern. Sie alle erhalten bei Maiti Nepal eine neues Zuhause, eine Schul- und Berufsausbildung und die Chance auf ein selbstbestimmtes und freies Leben.

Aufklärungskampagnen zur Prävention des Menschenhandels


Als Rosemarie und Dr. Winfried Kill 1999 das erste Mal Maiti Nepal besuchten und die ärmlichsten Bedingungen sahen, unter denen die Waisenkinder und die aus der Zwangsprostitution geretteten Mädchen damals lebten, beschlossen sie zu helfen. Die Sonja Kill Stiftung übernahm die Kosten für den Kauf eines 5.000 m² großen Grundstücks und errichtete einen beeindruckenden Gebäudekomplex bestehend aus:

  • einem Kinderhaus für 350 Kinder
  • einem Schutz- und Ausbildungszentrum für 120 aus der Prostitution befreite junge Frauen
  • einer Klinik mit 40 Betten zur medizinischen Behandlung der oftmals schwer erkrankten Rückkehrerinnen
  • einer Schule und einem Kindergarten für 400 Schüler, in der auch Kinder aus armen Familien der Umgebung aufgenommen werden sowie
  • einem Verwaltungsgebäude und Informationszentrum.
Bei den Grenzkontrollen konnten bereits über 35.000 Mädchen vor der Verschleppung bewahrt werden


Für die Frauen und Kinder, für durch ihr Schicksal unheilbar krank geworden sind, baute die Sonja Kill Stiftung in ländlicher Umgebung am Stadtrand von Kathmandu ein Hospiz mit einer Kapazität von 50 Betten, das 2006 eröffnet wurde.

Um den Mädchenhandel effektiv und dauerhaft zu bekämpfen, liegt der Fokus von Maiti Nepal vor allem im Bereich der Prävention. So hat die Organisation an den wichtigsten Grenzübergängen nach Indien Grenzkontrollstationen aufgebaut, an denen junge Frauen, die oftmals selbst verschleppt wurden, jedes Fahrzeug kontrollieren. Aufgrund ihrer eigenen traurigen Erfahrungen haben diese Frauen einen untrüglichen Blick für Menschenhändler und können so die nepalesische Polizei wirksam unterstützen.

Weitere wichtige Programme und Aktivitäten von Maiti Nepal sind:

  • Aufklärungskampagnen
  • Befreiungs- und Rückführungsaktionen
  • Psychologische Betreuung
  • Rehabilitations- und Reintegrationsprogramme
  • Systematische Täterverfolgung und Verurteilung
  • Rechtsberatung und Rechtsbeistand


Bis heute hat Maiti Nepal über 35.000 Mädchen an den Grenzübergängen zu Indien vor einer Verschleppung und dem sicheren Untergang bewahren können. Über 5.000 Mädchen und Frauen konnten aus den Bordellen der indischen Rotlichtviertel befreit werden.

Weitere Informationen zu Maiti Nepal finden Sie unter: www.maitinepal.org

In der Teresa Academy, der Schule von Maiti Nepal, werden 350 Kinder unterrichtet
Neue Perspektiven durch Ausbildungsprogramme
Jedes Jahr veranstaltet die Sonja Kill Stiftung eine Momoparty
Liebevolle Betreuung im Kinderhaus von Maiti Nepal


Colegio Sonja Kill

Das Colegio Sonja Kill ist als Gymnasium die weiterführende Schule der Hauptschule Dr. Francisco da Motta, auch „Hafenschule“ genannt, weil sie im Hafengebiet von Rio de Janeiro liegt, in dem Prostitution, Drogen, Raubüberfälle und Mord an der Tagesordnung sind. Umgeben ist die Schule von zahlreichen Favelas (Elendsviertel).

Die Hafenschule wurde von Franziskanermönchen ins Leben gerufen, die auch das Colegio Sonja Kill betreuen und Garanten für eine qualifizierte Ausbildung sind. Sie wird von rund 1.100 Schülerinnen und Schülern aus den umliegenden Armenvierteln besucht. Schulgeldfrei erhalten alle eine gute Schulbildung, vom Kindergarten bis zum 8. Schuljahr mit Hauptschulabschluss. Die Kinder erhalten Ganztagsunterricht, werden verpflegt und gekleidet. Für die meisten ist die Schule ein Ersatz für das fehlende Zuhause. Viele Mütter gehen der Prostitution nach, um ihre Familie abzusichern, während die Kinder verwahrlosen. Die Väter haben meist die Familien verlassen, Alkohol und Gewalt sind an der Tagesordnung. So stellt die Schule die einzige Möglichkeit dar, die Kinder aus dem Elend, in das sie hineingeboren wurden, herauszuholen und ihnen den Weg in eine hoffnungsvollere Zukunft zu weisen. Das Colegio Sonja Kill bietet besonders talentierten Schülerinnen und Schülern, die Möglichkeit die Hochschulreife zu erlangen und später zu studieren.

Die Sonja Kill Stiftung finanzierte in großem Umfang die Hafenschule. Die Bauinvestitionen wurden zu einem großen Teil von der Stiftung getragen. Als Partner konnte das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" gewonnen werden.

Rosemarie und Dr. Winfried Kill bei der Eröffnung des Colegios
Einweihung mit dem Kardinal von Rio de Janeiro
Bildung für die Kinder aus den Favelas
Die erste Abschlussklasse
Berührende Briefe der Schüler an Rosemarie und Dr. Winfried Kill
Berührende Briefe der Schüler an Rosemarie und Dr. Winfried Kill